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Es findet eine Enthemmung statt

Veröffentlicht am 22.09.2017
in Ludwigsburger Kreiszeitung

Es findet eine Enthemmung statt
Es war eine breit angelegte Kampagne, die
die Ökumenische Fachstelle Asyl in diesem
Sommer gestartet hat. Mit vier Postkarten,
die in Kneipen, Diskotheken und
anderen Szenetreffs ausgelegt wurden,
wollte man sich „einmischen in die politische
Debatte“, so Caritas-Geschäftsführer
Hendrik Rook. „Obergrenze für Flüchtline?
Untergrenze für Menschlichkeit!“ und
„Nationalität ? Mensch!“ waren zwei der
Slogans, mit denen für mehr Verständnis
für die Situation der Flüchtlinge geworben
werden sollte. Die Reaktionen ließen nicht
lange auf sich warten und waren teilweise
dramatisch, polemisch und gewollt verletzend.
„Wir Bio-Deutschen wollen und
brauchen diese Togo-Neger
nicht“, war noch eine der
harmloseren Formulierungen.
Gleichzeitig wurde unterstellt,
dass es sich bei den Flüchtlingen
um Schläfer handele, die
nur darauf warteten, in
Deutschland zuzuschlagen.
„Der Tag ist nicht mehr fern,
an dem die Asyl-Muzels (haben
alle Handys vom feinsten)
das geheime Kommando bekommen,
dem Kaffar die Hälse
durchzuschneiden.“ Obszönitäten
gegen die Mitarbeiterinnen
der Asyl-Fachstelle
und ein Aufruf, Kanzlerin
Merkel abzuwählen finden
sich ebenso in dem Schreiben.
Dabei bleibt es oft aber
nicht. „Es werden auch klare
Drohungen ausgesprochen“,
sagt Strecker. „Wenn sich einer
exponiert, dann muss er
mit Anfeindungen rechnen“,
hat auch sein Kollege Rook
beobachtet.

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Ludwigsburger Kreiszeitung

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